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Dorfgeschichte

Das Buch "Geschichte von Gleiszellen-Gleishorbach": PDF hier klicken

 

Historischer Ortsrundgang durch Gleiszellen-Gleishorbach – Start am Brunnen in Gleishorbach:

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Der Brunnen besteht in dieser Form seit 1882 und ist ein Zweiröhrenbrunnen. Die Tröge sind  aus großen  Sandsteinblöcken gehauen; heute existieren jedoch nur noch drei von den ehemals vier Trögen.

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Vom  Brunnen  in  südlicher Richtung zweigt die Schlemmergasse ab. Dort ist zwei Häuser weiter, im Haus der Fam. Fischer, auf der rechten Seite eine Reliefnachbildung des ehemaligen Gerichtssiegels von 1596  eingemauert, welches später als Ortswappen Verwendung fand.

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Von hier geht es zurück zum Brunnen, dort rechts die Hauptstraße  hinunter, vorbei an der Kirchgasse. Gleich dahinter war die ehemalige Gaststätte „Zur Goldenen Krone“ die es hier schon vor mehr als 200 Jahren an dieser Stelle gab. Ein Haus weiter ist die heutige „Brunnenstubb“, damals hieß sie noch „Zum Pflug“ und gehörte dem Bürgermeister Schwerdtfeger, der immer mit seinem Wirtshauskonkurrenten und Nachbar Jakob Groß Streit hatte und deshalb ein Schulgebäude direkt vor die „Goldene Krone“ bauen lies, um ihm die Aussicht zu verderben. Das Schulgebäude gehört heute der Familie des 1997 verstorbenen Bildhauers Hans Kindermann. Die ehemalige „Goldene Krone“ der Winzerfamilie Doll. Zwischen der „Brunnenstubb“ und dem „Winzercafé“, etwas zurückgesetzt, ist das vermutlich älteste noch erhaltene Fachwerkhaus von Gleiszellen-Gleishorbach, Hauptstrasse 34 . Das heute dem Weinbaubetrieb Doll gehörende Fachwerkhaus wurde 1566 auf einem aus massivem Sandstein errichteten Weinkeller gebaut.

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Wenige Schritte weiter die Straße hinunter kommt man zum Anwesen Bernd Staab, Hausnummer 28. Dort ist neben dem Eingang, der Gewölbeschlussstein der ehemaligen Marienkapelle von Gleishorbach, eingemauert.

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Von hier geht es wieder zurück zum Brunnenplatz: Dort führt in nördlicher Richtung die Kirchgasse den Berg hinauf nach Gleiszellen. Auch hier findet sich in einer Wand noch ein eingemauerter Sandstein der ehemaligen Marienkapelle, die an dieser Stelle gestanden hat. Die Scheune wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom damaligen Bürgermeister Silbernagel gebaut, der auch in einigen Steinen noch seine Initialien hinterlassen hat. Vom Ende der Kirchgasse in Gleishorbach geht der Weg in Richtung Dionysiuskirche, die zwischen den beiden Ortsteilen liegt. Etwas unterhalb ist zunächst das „Falltor“ mit dem kleinen Brunnen. Ein Stück weiter ist der„Ehrenfriedhof“, der zunächst für die Gefallenen des ersten Weltkrieges angelegt war und 1949 für die Gefallenen beider Weltkriege erweitert wurde .

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Die weithin sichtbare Dionysiuskirche wurde 1748 gebaut, weil die alte Kirche am Hatzelberg wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Unweit entfernt, in nördlicher Richtung ist das Türmchen der evangelischen Kirche zu erkennen. Sie wurde 22 Jahre vorher  fertiggestellt. Die zum Bau erforderlichen Mittel wurden damals nur durch freiwillige Gaben aufgebracht. Die ev. Kirche markierte früher den Ortseingang zum Ortsteil Gleiszellen; die kleine, mit einer  Mauer umgebenen Wiese war einmal der Friedhof.  Das große Gebäude neben der Kirche ist das 1764 erbaute, ehemalige Amtshaus mit Zehntkeller. Später wurde es die Gastwirtschaft „Winzerhaus“.

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Hier beginnt die „Winzergasse“, in der sich viele   schöne   Fachwerkhäuser   aneinander reihen. Nach 300 Meter leichter Steigung macht die Winzergasse einen Knick nach rechts. An dieser Stelle steht das alte Gleiszeller Schulhaus, durch den kleinen Glockenturm gut zu erkennen. Das war die kath. Schule für beide Ortsteile. Etwa hundert Meter weiter sieht man die heutige Gaststätte „Zum Lam“. Das Haus hat auch eine lange Tradition und wurde schon im 19. Jahrhundert, unter verschiedenen Namen, als Wirtschaft betrieben. In den 90ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das „Lam“ durch Sven Erik Ball zu einem modernen Gasthof ausgebaut. An dieser Stelle macht die Winzergasse nochmals einen Knick nach rechts. Von hier hat man einen malerischen Blick die Gasse hinunter, mit den versetzt gebauten Fachwerkhäusern.

Links ist der „Muskatellerhof“ und ein Stück weiter (Hausnummer 47) findet man das alte Fachwerkhaus der Winzerfamilie Wissing, welches 1768 von Georg und Magreta Wissing erbaut wurde. Über den Eingang zum Keller befindet sich ein reizvolles  kleines Fässchen.

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Am Ende der Winzergasse läuft man direkt auf das Hotel „SÜDPFALZ-TERRASSEN“ zu. Dieses Hotel ist aus einer kleinen Weinstube (in den 50ziger Jahren) mit 3 Gästezimmern und einem Parkplatz für 5 Autos entstanden. Daraus wurde ein Drei-Sterne-Tagungshotel, das heute mit 180 Betten in 93 Gästezimmern aufwarten kann und weit über die Region bekannt ist. Bis zum Jahre 2012 war es im Besitz der Familie Zaselowski und gehört seit 2013 der Familie Kastauer. Gegenüber vom Hotel führt eine steile Straße „Im Weinberg“ zur Neubergstraße hoch. Von dort erreicht man mit einer breit angelegten Treppe durch die Weinreben die Kirchbergstraße. Über die breiten Stufen erreicht man fast die Höhe, wo vor mehr als 1000 Jahren vermutlich die „Vorgängerkirche“ der heutigen Dionysiuskirche stand. Vor 100 Jahren haben hier am Kirchberg noch Ausgrabungen stattgefunden. Von der römischen Siedlung und der Kirche, die hier mal stand, ist leider nichts mehr zu sehen.

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Dafür wird man aber bei gutem Wetter mit einem herrlichen Blick in die Rheinebene entschädigt. In südlicher Richtung sieht man am Horizont in 50 km Entfernung den höchsten Berg vom Nordschwarzwald, die 1164 m hohe Hornisgrinde

Kleine Dorfchronik

 

1136 Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz, in der Gleiszellen-Gleishorbach zum erstenmal urkundlich erwähnt ist, unter dem Namen Gliczencella. Die Urkunde dokumentiert, dass der Erzbischof das Patronatsrecht hat, da das Kloster in seinem Erzbistum liegt und dem Abt Konrad I. sowie dessen Nachfolgern den weiteren Besitz der Kirchen von Gleiszellen und Pleisweiler sowie den dazugehörigen Zehnten der Einrichtung und des sonstigen Zubehörs gewährt.

 

1166 Erste Erwähnung der kleinen Kirche auf dem Berg (heute Hatzelberg), die im romanischen Stil erbaut war. Möglicherweise war sie auch schon nach dem Hl. Dionysius (Denis) benannt.

 

1304 Erste Erwähnung von „Horbach“, dem heutigen Gleishorbach in einer Urkunde. Der Name wurde abgeleitet aus dem Begriff „am sumpfigen Bach“. Möglicherweise ist Horbach aber schon früher entstanden. Um Verwechslungen mit Niederhorbach und Horbach (bei Waldfischbach) zu vermeiden, wurde der Ort zunächst Oberhorbach genannt. Anfang des 19. Jahrhunderts taucht erstmals der Name „Gleishorbach“ auf. Wann die Umbenennung genau stattgefunden hat, ist nicht bekannt.

 

1453 Vermutliche  Erbauung der Marienkapelle, in der heutigen Kirchgasse in Gleishorbach.

 

1515 Die Bürger von Gleiszellen-Gleishorbach erheben sich gegen das Stift Klingen­münster und zerstören ein Gebäude – erst zwei Jahre später schlägt Luther seine 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg an.

 

1563 Kurfürst Friedrich III. führt in Gleiszellen-Gleishorbach die Reformation ein, nachdem sich die Kirchenspaltung manifestiert hatte – die katholischen Positionen für eine Gegenreformation wurden festgelegt.

 

1565 Das Stift Klingenmünster wird von Friedrich III. säkularisiert (Trennung von Religion und Staat). St. Dionysius auf dem Kirchberg (Hatzelberg) wird nun von beiden Konfessio­nen genutzt.

 

1566 wird das älteste noch erhaltene Gebäude, in Gleishorbach erbaut. Das heute dem Weinbaubetrieb Doll gehörende Fachwerkhaus, wurde auf einem mit massiven Sandstein errichteten Weinkeller gebaut. Vermutlich wurden zum Teil Sandsteine von viel älteren, verfallenen Gebäuden, die am Hatzelberg standen, verwendet. Es könnten sogar Steine vom Kloster Blidenfeld, welches 840 abgebrannt ist, und sogar aus der Römerzeit dabei sein. 

 

1618 Ausbruch des 30jährigen Krieges. Gleiszellen und Gleishorbach gehören zum Unter­amt Landeck, dieses wiederum zum Oberamt Germersheim, das unter österreichischer Verwaltung steht. Auf der Burg Landeck wohnt ein österreichischer Beamter. Während des Krieges kommen auch viele Bewohner von Gleiszellen-Gleishorbach um. In Gleiszellen-Gleishorbach sollen 1658 nur noch 20 (!) Einwohner gelebt haben.

 

1680 Burg Landeck wird von französischen Truppen zerstört. Die Vögte wohnten fortan in ihrem neuerbauten Amtshaus am westlichen Ortsausgang von Klingenmünster. Für die Pfalz und unseren Ort bricht abermals eine schwere Zeit an. Sie endet erst 1697.

 

1723 1. Juli: Baubeginn der reformierten Kirche am Ortseingang von Gleiszellen. Der Bauplatz wurde von der Familie Fux der reformierten Gemeinde geschenkt. Die zum Bau erforderlichen Mittel wurden durch freiwillige Gaben aufgebracht. Alle Arbeiten wurden unentgeltlich geleistet. Durch mündliche Überlieferung blieb die Erinnerung erhalten, dass die Protestanten von Heuchelheim beim Neubau der Kirche mitgeholfen hätten. Der Bau wurde 1726 vollendet, worüber eine über dem Eingang im Westen, in einem rechteckigem Feld eingelassene Weihinschrift, hindeutet.

 

1726 28. Juli: Einweihung der Kirche. Gründung einer eigenen lutherischen Pfarrei. 15 Jahre später, im Jahre 1841 erhält die Kirche eine Orgel von dem berühmten Orgelbauer Franz-Heinrich Stumm.

 

1745 Abriss der „Vorgängerkirche“ St.Dionysius am Hatzelberg wegen Baufälligkeit! Durch die Abwaschung des sandigen Hatzelbergs wurde der Boden rings um die Kirche allmählich erhöht, sodass  man zuletzt auf einigen Stufen in die Kirche herabsteigen musste. Die Aussenwände wurden feucht und das Gebälk vermoderte.

 

1746 Baubeginn der bis jetzt bestehenden St.Dionysius Kirche zwischen den Ortsteilen Gleiszellen und Gleishorbach an herausragender Stelle. Es wurde ein kleiner Friedhof direkt an der Kirche eingerichtet. Außerdem wurde an der Kirche ein katholisches Schulhaus gebaut.

 

1748 Fertigstellung der St.Dionysius Kirche nach zwei Jahren Bauzeit. Übrigens: Der Namensgeber der Kirche war der erste Bischof von Lutetia Parisiorum (heute Paris) der im 3.Jahrhundert nach Chr. das damals unbedeutende Paris missionierte und das kirchliche Leben organisierte. Dionysius wird in Weingegenden oft verwechselt mit Dionysos, dem Sohn von Zeus und Semele in der griechischen Mythologie. Er ist der griechische Gott der Fruchtbarkeit und des Weines und wurde unter dem Namen Bacchus später in die römische Mythologie übernommen.

 

1748 Die Marienkapelle in Gleishorbach ist nur noch als Ruine vorhanden. Kurat Florentin in Klingenmünster stellte den Antrag, "die kleine Kapelle samt Steinen und Platz zu verkaufen". Der Land-Dekan in Eußerthal nahm sie in Augenschein und fand sie hinter einer kalvinischen Wirtschaft "gar über platzieret". Mit kalvinischer Wirtschaft war „Die Goldene Krone“ gemeint, die Jakob Groß gehörte und später von August Silbernagel übernommen wurde..Die Kapelle ist wahrscheinlich bald danach abgebrochen worden und nichts deutet auf ihren früheren Standort. Nur der Name der „Kirchgasse“ und ein Steinfragment, welches in der Seitenwand einer Scheune in der Kirchgasse eingemauert wurde. Ein anderes Andenken ist auch noch vorhanden, nämlich der Gewölbeschlußstein in gotischem Stil mit dem Relief des Gotteslammes, er ist am Toreingang des Hauses Nr. 10 in Gleishorbach, dem Anwesen Staab, eingemauert. An der Kapelle war auch ein Friedhof, dessen früheres Vorhandensein erst spät entdeckt wurde.

 

1752 Einführung eines eigenen Gerichtssiegels, das später als Ortswappen von Gleiszellen-Gleishorbach Verwendung findet. Zwischen 1564 und 1731 werden die Urkunden des Dorfgerichtes vom Vogt der Burg Landeck gesiegelt.

 

1764 Erbauung des kurpfälzischen Amtshauses mit Zehntkeller, später Gastwirtschaft "Winzerhaus". Aus dem Zehntkeller wurde später (1903) der Keller der Winzergenossenschaft.

 

1768 Georg Peter und Magreta Wissing erbauen das Fachwerkhaus mit Weinkeller, in der Hauptstrasse 42, heutige Winzergasse 47.

 

1789 Ausbruch der Französischen Revolution. In Baden, der Pfalz und dem Rheinland kommt es unter dem Eindruck der Revolution in Frankreich zu Unruhen und revolutionären Übergriffen, die unabhängig voneinander ablaufen und im Keim erstickt werden. 1793 wird das Unteramt Landeck aufgelöst. Gleiszellen-Gleishorbach gerät unter franz. Herrschaft und gehört nunmehr zum Arrondissement Wissembourg (Weißenburg). Gleiszellen-Gleishorbach wird damit ein Teil Frankreichs. In dieser Zeit wurden wahrscheinlich auch erstmalig die Einwohner gezählt. Im Jahre 1785 sollen es 533 gewesen sein.

 

1815 20.November – Zweiter Pariser Frieden. Gleiszellen-Gleishorbach und auch Landau werden wieder deutsch, gehören aber zu Bayern. Die Zeit der franz. Herrschaft ist vorbei. Der Vertrag wurde von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander I. von Russland unterzeichnet. Es handelte sich dabei um eine Entschädigung für die Gebiete rechts des Inn und die Stadt Salzburg, welche Bayern im Münchner Vertrag vom 14. April 1816 an Österreich abtreten musste.

 

1816 Nach dem Übergang der Pfalz an Bayern am 01.Mai – wurde der Kantonsbezirk Gleiszellen-Gleishorbach ein Teil des neuen bayrischen Landkommissariats Bergzabern.

 

 1825 Erbauung des protestantischen Schulhauses mit Lehrerwohnung, in Gleishorbach, gegenüber dem früheren Gasthaus „Zur goldenen Krone“

 

1885 wird der kath. Friedhof, der zunächst nur um die Dionysiuskirche gelegen war, erweitert. Dieser heute noch genutzte Friedhof war vorher katholisches Schulgut. Hier war zusammen mit dem Kirchenneubau ein kath. Schulgebäude errichtet worden, es wurde 1826 versteigert und 1854 auf polizeiliche Anordnung wegen Baufälligkeit abgerissen. Neuanlage des ev. Friedhofes am südlichen Abhang der "Höhe" (im Bereich der heutigen Schulstraße), da der alte Friedhof an der protestantischen Kirche zu klein wurde.

 

1903 Am 1.März.1903 wird die Winzergenossenschaft Gleiszellen-Gleishorbach  in der Erhard’schen  Wirtschaft „Zum Lamm“ in der heutigen Winzergasse gegründet. Es ist die erste derartige Genossenschaft in der umliegenden Gegend. Schon kurz danach erwirbt der Verein das frühere Amtshaus neben der ev.Kirche zum Preis von 9000 Mark. Im Keller des Gebäudes konnte der gesamte Weinbestand der Genossenschaft untergebracht werden. (70-80 Fuder) Noch im gleichen Jahr wird in dem Gebäude die Genossenschaftswirtschaft eingerichtet. Der erste Wirt ist Peter Wissing.

 

1912 Das Winzerhaus der Genossenschaft bekommt einen öffentlichen Fernsprecher mit der Rufnummer 107  -  Der Winzerverein hat inzwischen 27 Mitglieder. Eine weitere „öffentliche Fernsprechstelle“ wird im gleichen Jahr am 2.9. eingerichtet. Sie befindet sich im Haus von Johannes Schultz in Gleishorbach. Kurz danach wird mit dem Ausbau der Stromversorgung begonnen, der 1916 einen vorläufigen Abschluss findet. Im ersten Weltkrieg wurden Eisenleitungen verwendet, weil Kupfer kaum zu haben ist.  Deshalb musste auch die Spannung erhöht werden, da Eisen einen höheren Widerstand hat. 

 

1918 Die Gemeinde beklagt den Verlust von 21 Gefallenen. Nach dem Ersten Weltkrieg war Gleiszellen-Gleishorbach entsprechend den Waffenstillstands- und Friedensbedingungen bis 1930 von französischen Truppen besetzt, wenngleich die Zugehörigkeit zu Bayern fortbestand.

 

1935 Die „Deutsche Weinstraße“ wird mit einer großen Feier von Gauleiter Josef Bürckel eingeweiht. Sie ist 85 km lang. Das Deutsche Weintor in Schweigen wurde erst 1937 fertig. Am 20. Oktober fährt ein Konvoi mit 300 Fahrzeugen die ganze Strecke ab und macht auch Zwischenstation im festlich geschmückten Gleiszellen-Gleishorbach. 

 

1937 baut der Maler und Kunsterzieher Friedrich Jossé (geb. am 10.Juli1897 in Wolfstein, gest.1994 in Speyer) sein Ferienhaus oberhalb von Gleiszellen und malt in den folgenden Jahren den Ort und die Umgebung. Im ersten Weltkrieg erlitt er eine schwere Kriegsverletzung und verlor sein rechtes Bein. Die letzten Jahre seines Lebens lebte er in Speyer und begeisterte sich zunehmend für die Abstraktion.

 

1945 Der zweite Weltkrieg ist zu Ende. Über 5 Millionen Tote allein in Deutschland. An den Kriegsfolgen sterben nochmals ca. 2 Millionen. Die Amerikaner setzen Pfarrer Blitt als Bürgermeister von Gleiszellen-Gleishorbach ein.

 

1946 Gleiszellen-Gleishorbach kommt zum neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Pfalz gehört nun nicht mehr zu Bayern. Die Stromversorgung ist eingeschränkt. In einem Schreiben an den Gemeinderat vom 11.2.1946 drohen die Pfalzwerke damit, das Netz abzuschalten. Das ganze Dorf hatte 2150 kWh verbraucht und damit das erlaubte Kontingent  um 190 kWh überschritten.

 

1947 wird mit dem Bau eines richtigen Fußballplatzes auf der Wiese am Horbach begonnen. 1961 folgt das Sportheim.

 

1957 Else und Erich Zaselowski erwerben das „Haus Kortländer“ und bauen es zu einem weit über die Region bekannten Hotel aus. Der letzte Personenzug fährt vom Bahnhof Klingenmünster nach Rohrbach.

 

1974 Heinz Wissing, geb. 4.9.1939 (FWG) wird zum Bürgermeister gewählt und bleibt es bis zum Jahre 2004. Gleiszellen-Gleishorbach hat bei seinem Amtsantritt 850 Bewohner.

 

1982 wird das Wappen von Gleiszellen-Gleishorbach, von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Es geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1596. Die offizielle Beschreibung (Blasonierung) des Wappens lautet: „Von Rot und Silber geteilt, oben zwischen zwei sechsstrahligen silbernen Sternen ein sowohl einem S als auch einem G gleichendes goldenes Zeichen, unten drei blaue Blumen mit goldenen Butzen an grünem Stiel“.

 

1983 In Gleishorbach schließt das letzte Lebensmittelgeschäft des Ortes. Es wurde von Lilli Sommer geführt.

 

1985 Die Winzerfamilie Schwerdtfeger hat den ersten „nachziehbaren“  Vollernter. Vier Jahre später (1989) fährt der erste „selbstfahrende“ Vollernter der Fam. Schönlaub durch die Weinberge.

 

1997 Am 11.5. stirbt der Bildhauer Hans Kindermann in Gleishorbach, wo er seit 1972 lebte. (Geb. 21.Mai 1911 in Mainz) Er war von 1957 bis 1976 Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Von 1963 bis 1971 war er dort Rektor. 1978 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Kindermann gestaltete u.a. den Brunnen des Deutschen Pavillons zur Weltausstellung 1957 in Brüssel. Im gleichen Jahr feiern die „Südpfalz-Terrassen“ ihr 50 jähriges Bestehen. Das Hotel wird heute in zweiter Generation von Peter Zaselowski geführt.

 

2000 Im September wird das Kunstwerk „Blickpunkt zur Landschaft“ von Professor Karl-Heinz Deutsch eingeweiht. (manche nennen es auch „Durchblickstein“)

 

2003 Nathalie Ball aus Gleiszellen wird zur Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße gekrönt.

 

2007 Mit dem Fest „Kirchberg in Flammen“ feiert die Gemeinde die Eröffnung des „Muskateller-Rundweges“ mit geführten Wanderungen. Die Veranstaltung ist inzwischen ein fester Bestandteil im jährlichen Programm.

 

2007 Anne-Christin Doll aus Gleishorbach wird am 21.Sept. zur Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße gekrönt. Zwei Jahre später (2009) wird sie Weinprinzessin der ganzen Pfalz.

 

2010 Über 300 neue Mandelbäume wurden gepflanzt. Zur Zeit der Mandelblüte wird zum ersten Mal das „Mandelblütenfest“ neben der Dionysius-Kirche gefeiert. Die Kirche wird einen ganzen Monat in mandelrosa angestrahlt.

 

Entnommen aus dem Buch „Geschichte von Gleiszellen-Gleishorbach und der Südpfalz“, gebundene Ausgabe, 312 Seiten, 23 Euro

 


        



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