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Wein und Winzer

bild1 In Gleiszellen-Gleishorbach gibt es noch neun Winzer die auf einer Fläche von etwa 100 ha (das ist ein fünftel der Gemeindefläche) eine Vielzahl von Reben anbauen, so u.a. Dornfelder, St.Laurent, Regent, Portugieser, Spätburgunder (rot & weiß gekeltert). Weißweine u.a. Silvaner, Morio Muskat, Riesling, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder sowie natürlich Muskateller.

Es gibt an die 200 Varianten der Muskateller-Traube. Die vier wichtigsten werden alle in Gleiszellen angebaut. Am häufigsten der gelbe Muskateller, gefolgt vom roten Muskateller und dem Goldmuskateller. Der Rosenmuskateller ist noch sehr selten und es ist die einzige Sorte, die dem Wein einen leichten rosa Farbton gibt.

Jeder Winzer in der Gemeinde baut die Muskateller-Weine etwas anders aus. Allen gemeinsam ist, dass dieser Wein viel trockener ausgebaut wird als im Mittelmeerraum, wo er auch unter dem Namen „Moscato“ bekannt ist. Probieren Sie selbst diesen edlen Wein, der sein Muskatbukett in einem tulpenförmigen Glas am Besten entfaltet.

Es bleibt zu erwähnen, dass auch unsere Streuobstwiesen noch immer von Ralf Latour betreut werden. Er erzeugt eine Vielzahl Produkte. Von Obstsäften über Liköre bis zu hervorragenden Obstbränden.(Die Reihenfolge der Betriebe ist keine Wertung)

Winzer und Kellereien in Gleiszellen-Gleishorbach und Umgebung

Winzer / Keller Telefon Anschrift Homepage / Mail
Weingut Wissing Tel.06343-4711 Gleiszellen,Winzergasse 55 www.weingut-wissing.de
Weingut Doll Tel.06343-2918 Gleishorbach,Hauptstr.34 www.weingut-doll.de
Weingut Walter Ball Tel.06343-4600 - Fax931938 Gleiszellen,Winzergasse 41 www.muskatellerhof.de
Weingut Schönlaub Tel.06343-8142 Gleiszellen,Bergstrasse 14 www.weingut-schönlaub.de
Weingut Karl-Willi Schulz Tel.06343-2808 Gleishorbach,Hauptstr. 23 www.weingut-schulz.de
Weingut Staab Tel.06343-7506 Gleishorbach,Hauptstr.28 www.weinbau-staab.de/
Weingut Rehm Tel.06343-2288 Gleishorbach,Im Woog 2 www.weingut-rehm.de
Weingut Seibert Tel.06343-1775 od. -7394 Gleishorbach,ImSpieß 1/1a www.seibert-wein.de
Kellerei Thomas Schönlaub Tel.06343-939593 Gleiszellen,Winzergasse 15 www.gleiszeller-keller.de
Streuobstwiesen Ralf Latour Tel.06343-988415 Gleiszellen,Winzergasse 17 www.latours-streuobstprodukte.de/
Weingut Villa Pistoria Tel.06345-942291 Eschbach, Weinstr.71 www.villa-pistoria.de
Weingut + Brände Bernd Klein Tel.06343-5705 Pleisw.-Oberhofen, Hauptstr.32 www.weingut-bernd-klein.de

Muskateller aus Gleiszellen-Gleishorbach.

Warum die Rebe und der Wein etwas ganz Besonderes sind.

bild2 Muskateller gehört zu den ältesten Kulturreben und lieferte seit Jahrtausenden fast immer süßen, sehr aromatischen Wein. Der Ursprung der Sorte wird in Kleinasien vermutet. Die Phönizier und die Griechen verbreiteten sie im östlichen Mittelmeerraum und brachten die Rebe auch nach Italien. Die Römer liebten den aus ihr gewonnenen Wein aus getrockneten Trauben, den sie passum nannten. Noch heute wird in vielen Regionen Italiens aus Muskateller (ital. Moscato) ein süßer "passito" gewonnen. Der verführerische Wein hatte zahlreiche Liebhaber. Dazu zählen Karl der Große (742-814) und Kaiser Friedrich Barbarossa (1122-1190), und sogar im Nibelungenlied wurde der Muskateller besungen.

Für den Namen Muskateller (französisch "Muscat", italienisch "Moscato", spanisch und portugiesisch "Moscatel") gibt es mehrere Erklärungen. Eine Erklärung geht auf das prägnante Aroma des Weins zurück, das an Muskatnüsse erinnert. Schließlich heißt es auch, die kleinen Beeren  ähnelten dem Samen des Muskatbaumes. Möglicherweise leitet der Name sich vom lateinischen Wort musca (Fliege) ab, weil die süßen, intensiv duftenden Beeren gerne Fliegen anziehen.

Das Bouquet ist sehr blumig und erinnert an Zitrusfrüchte und Gewürze. Die Rebsorte ist zudem in der Lage, eine gute Säure auszubilden, die einen reizvollen Gegenpart zur ansehnlichen Fruchtsüße bildet. Dadurch entsteht ein harmonischer Gesamteindruck, der Wein wirkt frisch und lebendig. Jedoch ist nicht alles was sich Muskateller nennt, ist auch wirklich Muskateller. Es gibt Kreuzungen, die zwar das Wort "Muskateller" im Namen tragen, die aber nicht so edlen Wein liefern. Der Muskateller hat im Laufe der Geschichte etwa 200 Varianten und Mutationen ausgebildet. Die hochwertigsten Spielarten sind der gelbe Muskateller, der rote Muskateller, der Goldmuskateller und der Rosenmuskateller (Moscato Rosa). Die beiden letztgenannten Sorten werden in Deutschland noch sehr selten angebaut und befinden sich im Versuchsanbau. Gleiszellen-Gleishorbach ist wahrscheinlich  eins, von drei Weindörfern, wo alle vier zu finden sind.

bild3 Eine Besonderheit ist der Morio-Muskat, der relativ häufig angebaut wird (besonders in Sachsen).Diese Rebe wurde von Peter Morio (1887-1960) am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen (Südpfalz) gezüchtet. Der Züchter gab an, die Eltern seien Silvaner und Weißburgunder gewesen. Neueren Erkenntnissen der Gentechnik zufolge, entstand die Sorte aber aus Silvaner und Gelbem Muskateller. Was jedoch nichts daran ändert, dass diese Sorte einen recht aufdringlich-aromatischen, ansonsten aber mäßigen Wein liefert, auch wenn er ein „entfernter“ Verwandter ist.

Seit antiken Zeiten wird Muskateller kultiviert, und es wurde fast immer süßer Wein aus ihr gewonnen. Das ist verständlich, denn ein Muskateller mit deutlicher Fruchtsüße ist von einzigartiger aromatischer Intensität. Was aber nicht heißt, dass eine trockene Version, wie sie schon lange in Gleiszellen-Gleishorbach angebaut wird,zu verachten wäre - im Gegenteil! Ein trockener Muskateller ist unverkennbar ein Muskateller. Auch er verführt mit seinem blumig-würzigen Muskatbouquet. Aber ihm fehlt die Schwere der süßen Versionen, von denen man oft nur ein Glas trinkt oder trinken möchte. Trockener Muskateller ist in der Regel ein leichter, spritziger, rassiger Weißwein mit einem feinen, animierenden Säurespiel - mithin also ein herrlicher Aperitif und ein Wein für alle Gelegenheiten. Während auch in Deutschland ein trockener Muskateller inzwischen keine Rarität mehr ist, haben unsere Nachbarn in Österreich seine Qualitäten auch entdeckt. Vor allem in der Südsteiermark sind sie zum Trend in der Gastronomie geworden.

Übersicht über die vier Hauptsorten

bild4 Der Gelbe Muskateller, französisch Muscat blanc, ist eine sehr alte und hochwertige, weltweit verbreitete Weißwein-Rebsorte mit intensivem, komplexem Muskatbouquet. Die Beere ist klein bis mittelgroß und von grüngelblicher bis goldener Farbe. In Deutschland ist sie nicht mehr so verbreitet, da sie frostempfindlich ist, mittelspät reifend und botrytisanfällig; (bestockte Rebfläche in Deutschland ca. 174 Hektar Stand 2008). In schlechten Jahren kann die Säure hart und das Bukett dominant ausfallen. In solchen Fällen eignet sich der Wein hervorragend zum Verschnitt mit Riesling, Silvaner oder Weißburgunder. Im Allgemeinen ist der Wein leicht und durch ein kräftiges Muskatbukett gekennzeichnet. Übrigens wird der gelbe Muskateller auch für die Herstellung des bekannten „Tokajer-Weins“ verwendet.

bild5 Der Rote Muskateller ist eine weiße Rebsorte mit starkem Muskatbouquet, die als Mutation aus dem Gelben Muskateller entstand. Die Beere ist mittelgroß und von rötlicher Farbe. (Der Wein ist weiß) Außer der Beerenfarbe sind alle anderen Eigenschaften der beiden Sorten identisch. In Deutschland ist sie zwar in allen Anbaugebieten zugelassen, konnte sich jedoch nur in der Pfalz an einigen Standorten durchsetzen. Kleine Bestände sind auch in Österreich, Frankreich und Griechenland bekannt. In schlechten Jahren ist die Säure zu kernig und das Bukett sehr aufdringlich. In solchen Fällen eignet sich der Wein hervorragend zum Verschnitt mit Riesling, Silvaner oder Weißburgunder. Im Allgemeinen ist der Wein leicht und durch ein kräftiges Muskatbukett gekennzeichnet. Die Rebsorte ist auch als Tafeltraube sehr gut geeignet.

bild6 Der Goldmuskateller (auch weißer Muskateller genannt) ist eine ursprüngliche Sorte Italiens. Es könnte sich dabei um die früher bekannte Sorte Moscato Sirio handeln. Ihr Hauptanbau ist in den Provinzen Bozen und Trento. Dort nennt man ihn auch weißen oder grünen (grün-gelben)Muskateller, umgangssprachlich auch „Pfefferer“. Im Jahr 1999 betrug die bestockte Rebfläche in Italien ca. 265 Hektar. In Deutschland ist die Sorte (Stand von 2010) alsVersuchspflanzung erlaubt und beträgt daher erst wenige Hektar Anbaufläche, die in der Pfalz sind, u.a. auch in Gleiszellen. Die gewonnenen Qualitäten sind sehr vielversprechend, so dass einige Betriebe dem Goldmuskateller in Zukunft gute Chancen einräumen. Die spätreifende Sorte ist anfällig gegen die Chlorose. Dagegen erweist sich Goldmuskateller im Vergleich zum Gelben Muskateller als etwas fäulnisfester , da die Traube lockerbeerig und die Beerenhaut dickschalig ist. Vom Geschmacksbild besitzt die Sorte eine ausgeprägte fruchige Muskatnote bei einer meist erfrischenden Säurestruktur. Die Weine werden sowohl trocken als auch mit Restsüße ausgebaut.

bild7 Der Rosenmuskateller ist eine rote Rebsorte aus der italienischen Provinz Trentino ursprünglich eingeführt aus Sizilien. Sie ist eine Mutation mit rötlichen Beeren der weißen Rebsorte Moscato Bianco. In Italien ist ihr Anbau in den Provinzen Bozen und Trient als DOC (Denominazione di origine controllata) zugelassen. Diese seltene Rebsorte wird in geringem Maße in Italien (ca. 58 Hektar, Stand 1998), im  Elsass (ca. 30 Hektar) und im Burgenland in Österreich (ca. 15 Hektar) angebaut. In Deutschland ist der Anbau derzeit nur im Versuchsanbau (Stand 2010) zugelassen, u.a. auch in Gleiszellen-Gleishorbach. Der Rosenmuskateller wird meistens etwas süßer ausgebaut und ist am Anfang sehr blumig. Der Wein kann jedoch durchaus 4 - 6 Jahre lagern und entwickelt dabei etwas mehr Eleganz. Bei der Lagerung verliert der Wein jedoch etwas an Duftigkeit. Der Rosenmuskateller ist im Anbau sehr anspruchsvoll, die Trauben müssen sehr lange am Stock reifen, sind aber gleichzeitig sehr empfindlich gegenüber Fäulnis.

Gesundheit und Wein

In der „Mainzer Wein-Studie“ (1997) von Prof. Dr. med Klaus Jung, Universität Mainz verglich man drei Gruppen miteinander. Über einen Zeitraum von acht Wochen trank eine Gruppe nur Wasser, eine zweite 0,4 Liter Rotwein und eine dritte 0,4 Liter Weißwein pro Tag. Die Mainzer Weinstudie war die erste wissenschaftlich anerkannte Studie, die der Frage nachging: Wie wirkt sich der mäßige, aber regelmäßige Genuss von Rot- und Weißwein auf die Gesundheit aus.

bild8 Wein ist gesund – diese Feststellung klingt zunächst einmal zu allgemein. Und niemand würde behaupten, dass diejenigen Konsumenten, die viel Wein trinken, gesünder wären als Menschen, die keinen Wein oder nur selten Wein trinken. Das Thema Wein und Gesundheit ist anders zu verstehen und vielseitiger zu betrachten. Es ist allerdings eine Tatsache, dass Menschen, die häufiger Wein in Maßen genießen, vor allem dann, wenn der Weingenuss in geselliger Runde geschieht, sich wohler fühlen und nicht so leicht zur Schwermütigkeit neigen.

Damit nicht genug. Bekannt ist auch, dass der Weingenuss in Begleitung zu einem Essen die Speisen bekömmlicher macht und die Verdauung unterstützt. Der regelmäßige Weingenuss – das haben auch zahlreiche internationale wissenschaftliche Studien ergeben – beugt aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Verschiedene Weininhaltsstoffe, besonders Tannine und die roten Farbstoffe, haben eine antioxidative Wirkung. Solche und andere Weininhaltsstoffe wirken den gefährlichen freien Radikalen entgegen, die auch zum Teil für Krebserkrankungen mitverantwortlich gemacht werden. So belegen die Erkenntnisse der „Mainzer Weinstudie“, dass sich das Infarktrisiko durch Weiß- und Rotwein gleichermaßen senken lässt. Aber natürlich ist Wein kein Medikament und sollte auch so nicht betrachtet bzw. konsumiert werden.Wein ist ein Kulturgut, letztlich ein Lebensmittel mit Genuss- und Gesundheitswert.

bild9 Die Ergebnisse der Studie: Mäßiger, regelmäßiger Weingenuss senkt das Infarktrisiko um bis zu 60 %. Die Dosis macht´s und so wird folgende Empfehlung gegeben: Ein Paar trinkt gemeinsam eine Flasche Wein (0,75 Liter) zum Essen. Der Mann trinkt meist etwas mehr als die Frau, und so ergibt sich die natürliche, empfehlenswerte Verteilung der Anteile üblicherweise automatisch. Die sinnvolle Dosis beläuft sich also auf 1 bis 2 Gläser für die Frau und 2 bis 3 Gläser für den Mann pro Tag.

So kann man Herzinfarkten vorbeugen und die Elastizität der Gefäße erhalten, denn Wein verbessert die Durchblutung des Herzmuskels, senkt den Cholesterinspiegel und verringert Thromboseneigung, verbessert die Verdauung durch Anregung der Verdauungsdrüsen und Unterstützung der Magensäurefunktion, erhöht die Darmaktivität und verbessert die Verwertung von Vitaminen und Mineralstoffen, wirkt appetitanregend und intensiviert das Geschmackserlebnis. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Daten die positiven Auswirkungen maßvollen Weingenusses auf die Gesundheit belegen, muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass die o.g. Grenzwerte nicht überschritten werden! In diesem Zusammenhang sollte hier nochmals an das Zitat von Paracelsus erinnert werden:„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei“. Halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Professor Dr. Klaus Jung, der sich viele Jahre seines Lebens mit Wein und Gesundheit beschäftigt hat, ist nach seiner Emeritierung in das Muskatellerdorf Gleiszellen-Gleishorbach an der Südlichen Weinstraße gezogen.

        

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